Erstmal auf der Insel, aber bald auch bei uns?

Juli 24th, 2008 by Thomas

Auf Druck der Regierung haben heute sechs der größten Internetprovider in Großbritannien – BT, Virgin, Orange, Tiscali, BSkyB und Carphone Warehouse – eine Vereinbarung mit dem Verband der britischen Musikindustrie (BPI), dem Verband der US-Filmindustrie (MPAA) und dem britischen Superministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verbraucherschutz (BERR) über Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen getroffen. Die ISPs werden darin verpflichtet, in Zukunft aktiv an der Bekämpfung des illegalen Filesharings mitzuwirken. Die Überwachung der Mitwirkung obliegt der Regulierungsbehörde Ofcom, berichtet die BBC.

Das jetzt vereinbarte Verfahren sieht vor, dass die BPI durch Überwachung von Tauschbörsen IP-Adressen ermittelt, über die mutmaßlich illegal urheberrechtlich geschützte Inhalte verbreitet werden. Die ISPs müssen dann den Kunden, denen sie die IP-Adressen zuordnen können, schriftliche Verwarnungen zuschicken. Die BPI rechnet damit, dass binnen Jahresfrist mehrere Hunderttausend Warnbriefe verschickt werden. Eine Zwangsabschaltung der Internetzugänge, wie von der Musikindustrie gefordert, wird es vorerst aber nicht geben.

Quelle: http://www.golem.de/0807/61296.html

Na, das haben die Herren Politiker in Großbritanien doch mal richtig was für ihre Bürger getan. Ich bin sehr gespannt, wie es an der Front weitergeht, denn mit bösen Briefen wird man erstmal wohl wenig erreichen. Und noch gespannter bin ich auf die Folgen, wenn die Abschreckung mal funktioniert. Glaub eigentlich wirklich jemand daran, dass dann die Anzahl der Tonträgerverkäufe in den Himmel steigt, die Kinos wegen Überfüllung geschlossen werden müssen und endlich Blu Ray Scheiben und Player in nennenswerter Anzahl verkauft werden? Ich zweifle…

Eine Frage, die sicher früher beantwortet werden wird: Wann schützt unsere Regierung endlich mal die armen Konzerne der Contentindustrie?

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