Datenhandel
Donnerstag, September 4th, 2008Vor dem heutigen Datenschutzgipfel bei Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble anlässlich des im August aufgedeckten Missbrauchs mit Kundendaten hat nach Politikern und Datenschützern nun auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Position bezogen. Dessen Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben sagte gegenüber dem Handelsblatt, “kriminelle Machenschaften Einzelner dürfen nicht als Begründung dienen, die Balance zwischen dem notwendigen Schutz der Verbraucher und den berechtigten Interessen der Wirtschaft zu zerstören”.
Öhm, Balance? Da wird mit Millionen Datensätzen gehandelt, ohne dass einer der Betroffenen was davon erfährt und das nennt man Balance? Interessant. Übrigens: Auch ich als Mensch habe berechtigte Interessen. Z.B. zu wissen, wer was mit meinen persönlichen Daten treibt und darüber zu entscheiden, wer das auch darf. Aber wann immer es um die Wirtschaft und Arbeitsplätze geht, haben persönliche Interessen eh zurückzustehen.
Schäuble lehnt ebenso vorschnelle Forderungen nach neuen Datenschutzgesetzen ab. Der Innenminister will mit allen Teilnehmern des Gipfels darüber beraten, ob es Probleme bei der Umsetzung geltender Regeln gebe.
Quelle: www.heise.de
Jaja, der Herr Schäuble. Geht es mal um Bürgerinteressen, dann dürfen ja keine vorschnellen Schritte beschlossen werden. Braucht man aber mal wieder Gesetze, damit Vater Staat tiefer und tiefer in die Privatsphäre der Bürger vordringen kann, kann es Herrn Schäuble garnicht schnell genug gehen. Was für ein großartiger Innenminister