Internetzensur
“Kinderpornografie im Internet ist die Vergewaltigung von Kindern vor laufender Kamera”, sagte von der Leyen, die die Verträge ausgehandelt hat. Die Opfer würden immer jünger und die Taten immer brutaler. Die CDU-Politikerin verwies darauf, dass andere Länder schon seit Jahren erfolgreich solche Seiten sperrten. BKA-Präsident Jörg Ziercke betonte, es sei ein wichtiges Signal, dass sich Deutschland diesem Verbund nun anschließe.
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Von der Leyen wies die Vorwürfe zurück, dass die Maßnahme wirkungslos sei, weil die Zugangssperren leicht umgangen werden könnten. 80 Prozent der Nutzer der entsprechenden Seiten seien “Gelegenheitsnutzer”, die sich durch die Sperren abschrecken ließen. Nur 15 bis 20 Prozent würden versuchen, auf anderen Wegen Zugang zu den Seiten zu finden, ergänzte BKA-Chef Jörg Ziercke. Nach Schätzungen des Bundesfamilienministeriums könnten in Deutschland täglich bis zu 450.000 Zugriffe auf Kinderporno-Seiten geblockt werden.
Quelle: www.tagesschau.de
Frau von der Leyen und Herr Ziercke sind entweder bis ins Mark verlogen oder absolut unfähig. Ich halte insbesondere Frau von der Leyen für eine Demagogin der schlimmeren Art (so es so etwas gibt). Ich unterstelle beiden, dass sie sehr genau wissen, dass derartige Sperren nichts nutzen. Sie wissen genau, dass die Konsumenten von Kinderpronographie (so es sie denn überhaupt in dem Ausmaß gibt, welches man uns weismachen will) sich nicht von so einer lächerlichen Maßnahme wie DNS-Sperren umgehen lassen. Das Schlimmste ist allerdings, dass sie genau wissen, dass durch diese Maßnahme nicht ein Kind weniger mißbraucht werden wird.
Denn mit nur ein wenig Menschenverstand ist offensichtlich, dass hier versucht wird, mit blindem Aktionismus die Zustimmung in der Bevölkerung für Zensurpolitik zu erschleichen. Eine nutzlose Maßnahme wird als großer Sieg gefeiert. Gleichzeitig öffnet man Tür und Tor für beliebige Zensuren. Denn niemand kennt die Liste, die das BKA erstellt. Somit ist es also ein leichtes, neben den “Abermillionen von KiPo-Seiten” (von denen ich in meiner langen Zeit im Internet noch nicht eine gesehen habe. Nicht mal zufällig. Und das, obwohl ich mich nicht immer im “sauberen” Netz bewegt habe), noch die ein oder andere Seite von Kritikern, Experten oder anderen lästigen Menschen und Organisationen zu sperren. Vielleicht nicht heute und auch nicht morgen, aber irgendwann wird das genutzt werden. Man braucht nur einmal in die dänische Liste (hier kein Link, denn wer weiß, ob ich sonst nicht auch bald verurteilt werde, weil ich Beihilfe zur Verbreitung von KiPo geleistet habe) schauen…