Archive for the ‘Medien’ Category

Nochmal Schweinegrippe

Mittwoch, August 19th, 2009

Dass die Schweinegrippe-Impfung ein gutes Geschäft für die Pharmaindustrie wird, bezweifelt wohl niemand. Weltweit platzieren Regierungen ihre Bestellungen. In den Verhandlungen über Mengen, Lieferzeiträume und Preise sitzen ihnen etliche Riesen der Branche gegenüber.
[...]
Die Vorbereitungen auf ein Geschäft mit einer weltweiten Grippewelle laufen seit Jahren. “Wir forschen seit 1997 an Pandemie-Impfstoffen”, sagt Anke Helten, PR-Managerin bei GSK. Rund 190 Millionen Euro habe ihr Unternehmen in den vergangenen Jahren investiert, um sein Impfstoff-Werk in Dresden zu modernisieren und neue Kapazitäten aufzubauen. Konkurrent Novartis gab allein 60 Millionen Euro für eine 2007 eröffnete neue Produktionsanlage in Marburg aus.

Die Financial Times Deutschland hat mehrfach über das Interesse großer Unternehmen am Impfstoffmarkt berichtet. “Dieses Thema liegt stark im Trend bei Pharmaherstellern”, bestätigt Martin Brunninger, Analyst beim Investmenthaus Bryan, Garnier & Co. in London. Die “Produktpipelines” der Pharmaindustrie seien “stark verbesserungswürdig”. Soll heißen: Im traditionellen Geschäft fehlt es an Produktnachschub, der Gewinn verspricht.

Quelle: www.taz.de

Ich glaube, ein Kommentar ist unnötig.

Schöne neue Fernsehwelt

Montag, Juli 20th, 2009

Die Verbraucherzentrale NRW weist zudem darauf hin, dass die TV-Sender mit der CI-Plus-Technik den “heimischen Umgang mit ihren Sendungen besser kontrollieren” könnten. Das könne den Zuschauern im Vergleich zum derzeitigen CI-System erhebliche Verschlechterungen bescheren. Denn mit CI+ biete sich die beispielsweise Möglichkeit, wesentliche Funktionen eines modernen Festplattenrecorders beliebig zu sperren: So könnten die TV-Sender etwa festlegen, dass eine Sendung überhaupt nicht aufgezeichnet werden kann (“no copy”), ein aufgenommener Spielfilm nach fünf Tagen automatisch gelöscht wird, Werbeblöcke nicht schnell “vorgespult” werden können (“ad-skipping”) oder eine zeitlich versetzte Wiedergabe (“Timeshift”) unmöglich gemacht wird.

Quelle: www.heise.de

Na, das klingt doch genau wie etwas, das ich unbedingt haben möchte. Und es wird ja auch Zeit, dass dieses Raubkopiertum im Fernsehen aufhört. Wäre ja noch schöner, wenn man das aufnehmen, anhalten und vorspulen könnte, wie man wollte… Moment… das kann ich doch heute problemlos. Dann bin ich ja mal gespannt, wie man mir dieses Zeug andrehen will. Im Zweifel kann ich nämlich auf den ganzen Kram problemlos verzichten. Da fällt mir ein: Es wird mal wieder Zeit für ein gutes Buch. Empfehlungen?

Giga am Ende

Samstag, Februar 14th, 2009

Gestern durfte ich im Radio hören, dass Premiere seinen Spartenkanal Giga schließen wird. Offenbar haben alle Beschäftigten ihre Kündigung erhalten. Ab sofort werden nur noch Wiederholungen gesendet, bis der Sendebetrieb dann Ende März ganz eingestellt wird. Grund für die Einstellung ist offenbar, dass Premiere nicht mehr glaubt, dass der Sender jemals profitabel werden könnte.

Ich finde es sehr schade, zukünftig diesen Sender nicht mehr zu haben. Die ein oder andere Sendung war wirklich lustig anzuschauen und man merkte, dass dort Menschen am Werk waren, die das Hobby Spiele zu ihrem Beruf gemacht haben. Insbesondere die älteren Giga-Games-Folgen als auch die Sendung Telespiel habe ich immer geschaut, wenn es sich ergab. Nach der Konzeptumstellung (das ist noch garnicht lange her), fehlten mir zwar die festen Termine (Games von 22 – 24 Uhr mit allen Moderatoren im Studio), aber ich ließ den Sender trotzdem gern nebenbei laufen. Nun ja, ich hoffe, es wird einen Sender geben, der in die gleiche Richtung geht. Schade, dass die Nische wohl doch zu klein ist…

Heimliche Onlinedurchsuchung

Mittwoch, November 5th, 2008

Die große Koalition hat sich nach zähen Verhandlungen auf die umstrittene Novelle des Gesetzes für das Bundeskriminalamt (BKA) verständigt. Die präventiven Befugnisse der Wiesbadener Polizeibehörde zur Terrorabwehr werden demnach stark ausgebaut. Neben Kompetenzen etwa zur bundesweiten Rasterfahndung, zur “vorsorglichen” Telekommunikationsüberwachung nebst dem Abhören von Internet-Telefonie direkt vor oder nach einer Verschlüsselung, zur Abfrage von Verbindungs- und Standortdaten oder zum Einsatz des großen Lausch- und Spähangriffs mit Mini-Kameras und Mikrofonen enthält das umfangreiche Vorhaben auch die Lizenz für heimliche Online-Durchsuchungen.

Quelle: www.heise.de

Ich rege mich auf. Eine heimliche Durchsuchung hat für mich nichts mit Rechtsstaatlichkeit zu tun. Niemals. Und ausserdem ist es mal wieder fraglich, ob das ganze verfassungsrechtlich durchsetzbar ist. Ich hoffe, dass mal wieder eine Verfassungsbeschwerde eingelegt wird und das Gesetz so gekippt wird. Anders scheinen die Damen und Herren im Terrorwahn es nicht zu verstehen.

Was mich fast noch mehr aufregt: Ein Blick in die Medien offenbart mal wieder, was wirklich wichtig ist. Die Wahl des US-Amerikanischen Präsidenten. Das Thema ziert mal wieder alle Seiten von oben bis unten und die Nachrichten im Fernsehen haben nur Augen für Herrn Obama. Für nebensächliche Dinge wie Inlandspolitik bleibt da keine Zeit. Einfach zum Kotzen! Zum Glück haben wir jetzt wieder 3 Jahre Zeit bis der nächste amerikanische Wahlkampf losgeht.

Business as usual

Sonntag, Oktober 12th, 2008

Gestern gab es in Berlin mal wieder eine Demo gegen die Überwachungsmaßnahmen, die sich unsere Staatsbediensteten so ausdenken und umsetzen wollen. Das Ganze lief wieder unter dem Motto “Freiheit statt Angst”. Die Teilnehmerzahl lag offenbar bei mehreren 10.000, die Veranstalter reden gar von 100.000 Teilnehmern. Wenn man den Berichten glauben darf ist die Berichterstattung wieder im Grundrauschen untergegangen oder aber zumindest in Zusammenhänge gestellt worden, die so nicht vollständig sind. Also alles wie immer. Nur, dass diesmal keine Mönche aus Birma dazwischengekommen sind, sondern dass sich diesmal alle Welt mit der Finaznkrise beschäftigt. In diesem Sinne: Raus mit den Millionen! Auf dass danach alles so weitergeht wie vorher.

Nachrichten

Donnerstag, September 4th, 2008

Ich mag nicht mehr. Egal welche Nachrichtenseite man in den letzten Tagen aufruft: Man findet überall das gleiche Thema. Das an sich ist nicht verwerflich, wenn es denn tatsächlich ein Thema für uns wäre. Aber was interessieren mich die Wahlkampfveranstaltungen der US-amerikanischen Präsidentschaftskandidaten und die “Katastrophen” bei deren Vertretern (übrigens: das Ganze ist so dermaßen konstruiert…)? Zumindest kriegt man so die Zeit bis zum Ende der Sauregurkenzeit überbrückt und Themen wie den Datensammelskandal und den Georgienkonflikt aus den Köpfen getilgt.

Erstmal auf der Insel, aber bald auch bei uns?

Donnerstag, Juli 24th, 2008

Auf Druck der Regierung haben heute sechs der größten Internetprovider in Großbritannien – BT, Virgin, Orange, Tiscali, BSkyB und Carphone Warehouse – eine Vereinbarung mit dem Verband der britischen Musikindustrie (BPI), dem Verband der US-Filmindustrie (MPAA) und dem britischen Superministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verbraucherschutz (BERR) über Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzungen getroffen. Die ISPs werden darin verpflichtet, in Zukunft aktiv an der Bekämpfung des illegalen Filesharings mitzuwirken. Die Überwachung der Mitwirkung obliegt der Regulierungsbehörde Ofcom, berichtet die BBC.

Das jetzt vereinbarte Verfahren sieht vor, dass die BPI durch Überwachung von Tauschbörsen IP-Adressen ermittelt, über die mutmaßlich illegal urheberrechtlich geschützte Inhalte verbreitet werden. Die ISPs müssen dann den Kunden, denen sie die IP-Adressen zuordnen können, schriftliche Verwarnungen zuschicken. Die BPI rechnet damit, dass binnen Jahresfrist mehrere Hunderttausend Warnbriefe verschickt werden. Eine Zwangsabschaltung der Internetzugänge, wie von der Musikindustrie gefordert, wird es vorerst aber nicht geben.

Quelle: http://www.golem.de/0807/61296.html

Na, das haben die Herren Politiker in Großbritanien doch mal richtig was für ihre Bürger getan. Ich bin sehr gespannt, wie es an der Front weitergeht, denn mit bösen Briefen wird man erstmal wohl wenig erreichen. Und noch gespannter bin ich auf die Folgen, wenn die Abschreckung mal funktioniert. Glaub eigentlich wirklich jemand daran, dass dann die Anzahl der Tonträgerverkäufe in den Himmel steigt, die Kinos wegen Überfüllung geschlossen werden müssen und endlich Blu Ray Scheiben und Player in nennenswerter Anzahl verkauft werden? Ich zweifle…

Eine Frage, die sicher früher beantwortet werden wird: Wann schützt unsere Regierung endlich mal die armen Konzerne der Contentindustrie?

Recht hat er, der Herr Beckstein! Oder?

Montag, April 7th, 2008

Bei der Eröffnung des Kongresses “Munich Gaming” hat Herr Beckstein, seines Zeichens Bayerns Ministerpräsident, u.a. folgenden Satz von sich gegeben:

[...] denn Gewaltspiele haben in unseren Kinderzimmern nichts zu suchen

Quelle: www.heise.de 

Als ich dies las, musste ich “Super, endlich hat er es verstanden” denken. Dann aber:

Daneben sei die Digitalspiele-Industrie gefordert, sich mit kritischen Aspekten auseinanderzusetzen. Dazu zählten etwa die Vernachlässigung sozialer Kontakte, Bewegungsarmut und Suchtgefahren.

Ähm, warum? Müssen sich Zuckerproduzenten mit Fettleibigkeit und Diabetes auseinandersetzen? Müssen Pornohersteller sich mit vernachlässigten Ehefrauen auseinandersetzen? Müssen Plastiktütenhersteller die Kopfgröße von Kindern beachten?

Nein? Warum wird dann im Rahmen des Jugendschutzes immer wieder versucht, erwachsene Menschen zu bevormunden? Liegt es vielleicht daran, dass das Wort “Spiel” immer mit Kindheit in Zusammenhang gebracht wird (wenn man erwachsen ist, spielt man ja nicht mehr)?

Das Thema wird wohl leider ein Dauerbrenner bleiben, denn damit lässt sich bei den Unwissenden leicht Stimmung machen. Richtig ist: Gewaltspiele haben im Kinderzimmer nichts zu suchen. Solange Mama, Papa, Oma und Opa oder andere sich nicht an die Empfehlung der USK halten und weiter fleissig für ihr Kind einkaufen und solange sich die Eltern und das Umfeld nicht für das interessieren, was das Kind im Umgang mit Medien (Computerspiele, Internet, Fernsehen) so treibt, bringen Gesetze und Verpflichtung der Industrie nichts, sondern erschweren nur den Erwachsenen den Zugang.

Ein Vorschlag zur Güte: Warum nicht abgetrennte Bereiche für Computerspiele ab 18 in entsprechenden Läden einrichten? In Videotheken hat das mit der Erotikabteilung doch auch funktioniert. Dann kann man sich industrieseitig auch diese ewige Zensiererei sparen, die die hierzulande veröffentlichten Spiele sowieso betrifft.

Aktualisierung

Montag, November 5th, 2007

Puh, der letzte Eintrag ist schon ein wenig her und es wird Zeit, mal wieder zu aktualisieren. Einiges ist in der Zwischenzeit passiert, was hier auch erwähnt werden soll.

1. Urlaub / Krankheit

Fangen wir mal mit etwas Persönlichem an. Im Moment befinde ich mich im Urlaub, um endlich den Umzug ins eigene Haus durchführen zu können. Daher hatte ich auch schon die letzte Woche Urlaub. Leider hat mich ein Rückenleiden (und zwar recht massiv, so dass ich sogar zum Arzt gegangen bin ;) ) von der Arbeit abgehalten. Mittlerweile geht es wieder, aber ich werde heute erneut den Onkel Doktor aufsuchen. Ich hoffe, dass wir es zum Wochenende trotzdem mit dem Umzug schaffen.

2. Leopard

Am 26. Oktober veröffentlichte Apple die aktuelle Version des hauseigenen Betriebssystems. Mac OS X Leopard lautet der Name. Es liegt ja bekanntlich in meiner Natur, immer die neueste Soft- und Hardware haben zu wollen. Gemäß der Tradition konnte ich also nicht umhin, mir die Version zu kaufen und auf meinem MacBook Pro zu installieren.
Und wie immer wird man z.T. bestraft für seine Versionsgeilheit :) Generell läuft das OS zwar ganz gut, allerdings gibt es noch Probleme mit der einen oder anderen Software, die hoffentlich schnell gelöst werden. Bei mir traten folgende Probleme auf:

- Nach dem Wecken aus dem Ruhezustand funktioniert die angeschlossene USB-Maus nicht immer
- Azureus (Torrent-Client) sorgt für häufige Kernel-Panics. Solange keine neue Version vorhanden ist, muss bei mir ein anderer Client (im Moment Transmission) her
- World of Warcraft schmeisst mich häufig mit Fehlermeldung aus dem Programm
- Das Dock wirkt beim Rüberfahren mit der Maus nicht so flüssig wie unter Tiger (Abhilfe schaffte bei mir das Abschalten des 3D-Docks zurück auf 2D per “defaults write com.apple.dock no-glass -boolean YES; killall Dock” im Terminal)

Bisher also nichts Schlimmeres. Von den neuen Features bin ich noch nicht endgültig überzeugt, da ich sie nicht nutze. Spaces benötige ich im Heimalltag eher weniger, die Stacks sind für mich bisher überflüssig und TimeMachine konnte ich aufgrund fehlender externer HD bisher nicht testen. Die restlichen Änderungen sind ja eher Kleinigkeiten im Vergleich und fügen sich ganz gut in das Bekannte ein.

3. Wahlmaschinen

Nachdem man in Holland entschieden hat, dass die aktuell eingesetzten Modelle nicht sicher genug sind und daher nicht zu verwenden sind, geht man in Deutschland einen anderen Weg. Ich verweise hier mal auf Markus, dessen Gedanken ich teile:

reauktion.de/flugphase

4. Der Donaukurier protestiert (und nebenbei wird die Schwelle für den Einsatz gespeicherter Daten rhetorisch mal wieder gesenkt)

Der Heise-Newsticker berichtete, dass eine lokale Zeitung gegen den Abbau von Grundrechten damit protestierte, dass die Titelseite geschwärzt wurde. Der Artikel dazu:

www.heise.de

Für meinen Geschmack kommt das etwas spät, aber wenigstens gibt es erste Anzeichen in der Presse, dass man seine Aufgabe wahrnimmt (auch wenn es hier mal wieder hauptsächlich darum geht, die Rechte der Journalisten zu schützen. Würden die entsprechenden Gesetze diese Gruppe nicht mit einschließen, wäre es der Zeitung vermutlich eher egal). Was ich aber erstaunlich in dem Artikel finde, ist der Kommentar von Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU). Die sagte nämlich zum Thema Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung: “Bei Stalking mittels Telefonanrufen oder Betrügereien im Internet können die Täter in den meisten Fällen nicht ermittelt werden und wir können den Opfern nicht helfen”
Öh, hallo? HALLO? Ist die Dame noch bei Trost? Ich denke, es geht darum, Terrorismus zu verhindern bzw. aufzklären? Oder vielleicht noch schwere Straftaten. Jetzt sind wir bereits bei Internetbetrügereien angekommen? Die Marschroute ist wohl klar, oder? Aus diesem Grund auch der nächste Punkt…

5. Morgen deutschlandweit Demonstrationen

Am Dienstag, den 06.11.2007 wird es in vielen Städten Deutschlands wieder Demonstrationen gegen den Überwachungswahn des deutschen Staates geben. Infos hierzu gibt es unter:

http://www.freiheit-statt-angst.de/

Nun hab ich mich auch erstmal wieder genug aufgeregt. Ich hab sicherlich noch das ein oder andere der letzten Wochen vergessen, aber das kenne ich ja von meinem Gedächtnis. Der nächste Eintrag wird wieder zeitnah erscheinen ;)

Medienschlacht um einen Fussballer

Mittwoch, Oktober 10th, 2007

Eigentlich wollte ich schon in den letzten Tagen einen Artikel schreiben, der sich mit den Ereignissen rund um den Fußballer Ashkan Dejagah befasst. Nun hab ich es endlich mal angegangen.

Wie der informierte Leser der Medien sicher mitbekommen hat, sagte der Spieler Dejagah die Teilnahme am Spiel der U21 gegen Israel ab. Er führte persönliche Gründe als Grundlage der Entscheidung an. Daraufhin wurde der junge Mann in den Medien zerissen. Von verschiedenen Seiten hieß es:

“Es ist undenkbar und unmöglich, dass ein Nationalspieler einen privaten Judenboykott initiiert” (Dieter Graumann, Vizepräsident des Zentralrates der Juden)
“unmöglich und völlig inakzeptabel. Sonst fängt jeder an, sich auszusuchen, gegen wen er noch spielen will” (Friedbert Pflüger, Fraktionsvorsitzende der Berliner CDU)
“BILD meint: Wer ein Länderspiel in Israel aus politischen Gründen absagt, darf nie wieder für Deutschland spielen!” (Bild am 08.10.2007)

Mal gut, dass sich so viele Leute darum kümmern und dass Deutschlands wichtigstes Blatt sich der Sache gewohnt neutral annimmt.

Was dabei hier und da unterschlagen wird: Die genauen Gründe für die Absage sind nicht öffentlich. Natürlich kann es sein, dass Dejagah mit dem Regime im Iran sympathisiert. Natürlich kann es sein, dass Dejagah eine Abneigung gegenüber Israel besitzt. Aber ist es nicht auch möglich, dass er den in Iran lebenden Teil der Familie vor eventuellen Repressionen schützen möchte? Da bringt es auch wenig, wenn Herr Pflüger sagt: “Er ist deutscher Staatsbürger, es würde in Israel alles für seine Sicherheit getan werden.”

Da die genauen Gründe der Öffentlichkeit nicht bekannt sind, soll man den Mann einfach in Ruhe lassen. Seine Entscheidung wurde von den Verantwortlichen, denen er seine Situation ausführlich geschildert hat, akzeptiert. Damit sollte der Fall eigentlich erledigt sein. Stattdessen haben Teile der Gesellschaft nichts besseres zu tun als den jungen Fussballer zu demontieren. Aber was will man in einer skandalorientierten Medienlandschaft auch erwarten?

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